aus der gleichnamigen RKI - Sendereihe
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01.07.1883 | wird der Inchon-Hafen eröffnet. Die Eröffnung des Inchon-Hafens hatte in jeder Hinsicht eine wichtige Bedeutung. Auf Druck ausländischer Kräfte gibt Korea seinen bis dahin geführten Isolationismus auf und schließt mit Japan einen Freundschaftsvertrag, das sogenannte Kangwha-do-Abkommen ab. Dies war der erste Schritt zur Öffnung des Landes. Das Kangwha-do-Abkommen bestand aus 12 Paragraphen. Die wichtigsten Bestimmungen darunter waren die gegenseitige Anerkennung der staatlichen Souveränität, der Austausch von Diplomaten und die Erlaubnis dass Japaner zum Zwecke des Handels nach Korea einreisen konnten. Die beiden Länder einigten sich außerdem darauf dass außer Busan, das bereits 1876 eröffnet wurde, 2 weitere Handelshäfen eröffnet werden sollten. Seit den Bestimmungen des Abkommens hatte Korea das Recht den Ort des Hafens zu wählen. Trotz heftiger Proteste seitens Koreas bestand Japan allerdings auf den Hafen Inchon. Bereits kurz nach der Hafeneröffnung kamen Händler aus verschiedenen Ländern (aus China, Japan, den USA, England, Frankreich, Deutschland und Russland). 1896 hielten sich insgesamt 15000 Ausländer in Korea auf, davon wohnten 3908 in Inchon. Von 258 ausländischen Handelshäusern befanden sich 48 in Inchon. Über den Hafen in Inchon wurden Getreide, Meeresfrüchte, Leder und Rohbaumwolle exportiert, und Alkohol, Zucker, Arzneimittel, Streichhölzer, Gewürze und verschiedene Gegenstände importiert. Chinesische Händler führten europäische sowie chinesische Textilien ein und nahmen koreanisches Rindleder und Getreide mit. Der Inchon-Hafen wurde zum Zentrum des Exports und Imports. Zwischen 1893 und 1907 deckte er 50% der gesamten Handelssumme in Korea und wuchs somit zum internationalen Hafen heran. Mit der Entwicklung von Landverkehrsmitteln und dem Bau der Kongmin-Eisenbahn zwischen dem südlichen und nördlichen Teil des Landes verlor er allerdings mit der Zeit seinen herausragenden Stellenwert. |
04.07.1971 | einigen sich Nord- und Südkorea nach 20 Jahren der Teilung auf eine gemeinsame Erklärung zur friedlichen Annäherung. Grundstein für das Zustandekommen hatte der damalige Geheimdienstchef Yi gelegt, der zuvor zweimal heimlich Pyongyang besucht hatte und mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Il-Sung zusammen getroffen war. |
08.07.1900 | wird die Kyonggi-Eisenbahn, die erste koreanische Eisenbahn eröffnet. Die Strecke war 31 Kilometer lang und führte von Seoul nach Inch´on. Der Amerikaner J.R. Moss hatte 1896 im 33. Regierungsjahr Kaiser Kojongs die Rechte für den Bau der Eisenbahn in Korea erhalten. Im darauffolgenden Jahr begannen die Bauarbeiten. Wegen Mangel an Finanzen wurden die Bauarbeiten allerdings unterbrochen und der Eisenbahnbau wurde erst wieder aufgenommen, nachdem ein japanisches Unternehmen die Baurechte aufgekauft hatte. Im September 1899 wurde die erste Strecke zwischen Seomulpo und Muryangshin eröffnet. Mit dem Bau der Eisenbahnbrücke über den Han-Fluss wurden Schienen zwischen Seoul und Muryangshin, das damals noch nicht zu Seoul gehörte, gelegt und so konnte die Eisenbahn Seoul und Inch´on verbinden. |
08.07.1939 | ruft die japanische Besatzungsregierung das Gesetz zur Zwangsmobilisierung aus, nachdem die Männer in Korea und später auch die Frauen zu Kriegszwecken zwangsweise einberufen wurden. |
09.07.1966 | unterzeichnen der koreanische Außenminister und der US-amerikanische Außenminister in Seoul das Abkommen über den Status der amerikanischen Streitkräften in Korea - kurz SOFA - genannt. Das SOFA-Abkommen geht auf das Verwaltungsabkommen für militärische Sicherheit zurück, das Bestimmungen zum gesetzlichen Status der in Korea stationierten amerikanischen Truppen seit 1948, also seit der Bildung der südkoreanischen Regierung enthält. Dieses Abkommen bedeutet allerdings eine Absage an die staatliche Souveränität Koreas und wurde daher von der Öffentlichkeit heftig in Frage gestellt. 1949 mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräften verlor das Abkommen automatisch seine Gültigkeit. Als der Korea-Krieg ausbrach und das amerikanische Militär nach Korea zurückkehrte, wurde mit Berücksichtigung der Kriegssituation und aufgrund der Forderungen der USA am 12.07.1950 das Taejong-Abkommen geschlossen, laut dem die Rechte aller Gerichtsverhandlungen an die Amerikaner gehen. Die offizielle Bezeichnung für das Taejong-Abkommen war "Abkommen zwischen Südkorea und den USA über dessen Verfügung über die amerikanischen Streitkräfte in Korea". Das SOFA-Abkommen von 1966 hat dann das Abkommen von Taejong abgelöst. Der Hauptteil des SOFA-Abkommens besteht aus Präambeln und 31 Paragraphen. Problematisch war darunter vor allem das Recht des amerikanischen Militärs über alle Strafdelikte in die US-Armeeangehörige in Korea verwickelt sind zu entscheiden. Als der Protest darüber, dass diese Regelung eine Verletzung der staatlichen Souveränität Koreas darstelle, immer stärker wurde, setzten sich Korea und die USA 1988 zu Verhandlungen über die Änderung des SOFA-Abkommens zusammen. Im Januar 1991 wurden 8 Paragraphen geändert. |
16.07.1997 | das Verfassungsgericht entscheidet an diesem Tag dass das Gesetz des Heiratsverbots zwischen Personen mit dem gleichen Nachnamen derselben Herkunft dem Sinn der Verfassung widerspreche. Dem koreanischen Zivilrecht zufolge stand derselbe Nachname der selben Herkunft für eine verwandtschaftliche Beziehung die eine Heirat verbietet. Wenn zwei Personen mit dem gleichen Nachnamen, deren Vorfahren vor Hunderten von Jahren aus dem selben Bezirk stammten, dann durften sie nicht heiraten. Die sogenannte Herkunft, der Wohnbezirk eines Familien- oder Verwandtschaftsstamms wurde Ende der Shilla-Dynastie und Anfang der Koryo-Dynastie als Verwaltungseinheit eingeführt. Den Einwohnern wurde damals verboten einen Stammort zu verlassen, sprich umzuziehen. In der damaligen Zeit beschränkte sich der Stammort nicht nur auf die väterliche Abstammung, man konnte auf die mütterliche wechseln. Seit Ende der Koryo-Dynastie verlor dann das Abstammungssystem immer mehr seine Funktion der Einwohnerregulierung und galt seit dem als ein Mittel zur Bestimmung der väterlichen Blutsverwandtschaft. Dies wurde dann unter den Konfuzianisten der Choson-Dynastie mit der Einführung des Heiratsverbots bei gleichem Nachnamen der selben Abstammung verstärkt hervorgehoben. Diese überholte Konvention hat sich im koreanischen Zivilrecht gesetzlich niedergeschlagen und dazu beigetragen dass unzählig viele Paare darunter gelitten haben dass sie sich nicht gesetzlich trauen lassen konnten und auch ihre Kinder als uneheliche Kinder eingetragen wurden, obwohl zwischen ihnen keine Blutsverwandtschaft bestand. In seinem Rechtsspruch vom 16. Juli 1997 erklärte das Verfassungsgericht dass diese Bestimmung gegen das Recht auf Ehe und Familie verstoße und dem Sinn der Verfassung nach Schutz des individuellen Glücks widerspreche. Da es auf den väterlichen Nachnamen um die väterliche Abstammung beschränkt sei handele es sich außerdem um einen eindeutigen Fall von geschlechtlicher Diskriminierung. Nach anhaltenden Konflikten zwischen den Frauenorganisationen, die schon seit langer Zeit für die Abschaffung der Bestimmung plädierten und konfuzianischen Kreisen, die daran festhalten wollten, wurde dann im Parlament ein neuer Zivilrechtsentwurf durchgebracht, in dem der vermeintliche Paragraph nicht mehr existiert. Dem heutigen Zivilrecht zufolge beschränkt sich das Verbot der Eheschließung auf Verwandte bis zum 8. Grad väterlicherseits genau auch so wie mütterlicherseits. |
17.07.1948 | wird die Verfassung der südkoreanischen Republik ausgerufen. Nach misslungener Versuchen gemeinsame Wahlen in Nord- und Südkorea durchzuführen und die Vereinigung des Landes zu verwirklichen werden am 10. Mai 1948 unter Aufsicht der Vereinten Nationen auf Südkorea beschränkte Gesamtwahlen durchgeführt und so ein Verfassungsparlament gewählt. Im Verfassungsparlament wird die Verfassung am 12. Juli einstimmig durchgebracht. Mit der Unterzeichnung durch Rhee Synman, dem Parlamentsvorsitzenden und späteren ersten Präsidenten Südkoreas, tritt am 17. Juli die südkoreanische Verfassung in kraft. |
19.07.1999 | werden konkrete Maßnahmen zur Umstrukturierung des Daewoo-Konzerns bekannt gegeben mit der die Auflösung des Daewoo-Konzerns beginnt. Der mit mehr als 80000 Angestellten und 25 Tochtergesellschaften zweitgrößter koreanische Mischkonzern wurde somit zu einer kleinen Autofirmengruppe mit ungewisser Zukunft degradiert. |
21.07.1967 | wird die erste koreanische Niederlassung einer ausländischen Bank eröffnet - es handelte sich um die US-amerikanische Manhattan Bank, die zum ersten Mal als ausländische Bank eine Niederlassung in Korea eröffnete. |
22.07.1955 | sprach das Seouler Landgericht Park In-Su, den Angeklagten im Fall Park In-Su, für unschuldig. In diesem Fall, der damals im Rampenlicht der Öffentlichkeit stand und als Sozialskandal der 50er Jahren in die Geschichte einging, ging es um einen Mann namens Park In-Su, der Dutzende von jungen Frauen in Tanzhallen verführt hatte. Park In-Su hatte sich als Polizeisoldat bereits in exklusiven Tanzhallen vergnügt. Aber auch nach seinem Austritt aus der Marine gab er sich als Offizier aus und verführte die Frauen unter denen sich unverheiratete Studentinnen aber auch viele Ehefrauen der High Society, Frauen von Abgeordneten und hohen Staatsbeamten befanden. Die Staatsanwalt verklagte Park In-Su der Verlockung zum Ehebruch unter dem Vorwand des Eheversprechens. Das Seouler Amtsgericht erklärte den Anklagten allerdings für nicht schuldig mit der Begründung "Die Entgleisung der Frauen sei nicht auf das falsche Eheversprechen des Angeklagten, sondern auf deren eigenes Bedürfnis nach Genuss und Vergnügen zurückzuführen". Außerdem waren es nur zwei Frauen, die bereit gewesen waren als Zeugen auszusagen. Dieser Fall ist der bekannteste Gesellschaftsskandal der koreanischen Gesellschaft in den 50er Jahren. |
26.07.1950 | markiert ein tragisches Datum der koreanischen Gegenwartsgeschichte. Amerikanische Soldaten die am Koreakrieg teilnahmen schossen von einer Kampfmaschine aus auf Zivilisten, die sich auf der Flucht vor dem Krieg auf Eisenbahnschienen befanden. Die Schüsse auf die Zivilisten ereigneten sich im Dorf Nogun-ri in der Nord-Chungchon-Provinz und sind daher als Massaker von Nogun-ri bekannt. Als die Flüchtlinge versuchten unter den Schienen Schutz zu suchen, sollen sie von einer Gruppe amerikanischer Soldaten umgebracht worden sein, die ihnen unter die Schienen gefolgt waren. Es befanden sich viele Frauen, alte Menschen und Kinder darunter, die bei diesem Massaker ums Leben kamen. Nach dem Maria-Massaker bei dem während des Vietnam-Krieges mehr als 500 vietnamesische Zivilisten von amerikanischen Soldaten erschossen wurden, forderte das Massaker von Nogun-ri die zweithöchste Anzahl an Zivilopfern. Bei späteren Untersuchungen wurde ein Dokument mit Anweisungen des Hauptkommandanten der US-amerikanischen Truppen gefunden, Flüchtlinge erst einmal als Feinde zu betrachten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen da es sich bei den Flüchtlingen um getarnte nordkoreanische Spione handeln könne. Das Komitee für die Aufklärung des Nogun-ri-Massakers gab bekannt dass bei diesem Ereignis mindestens 121 Zivilisten getötet worden seien. |
29.07.1983 | gegen 23:00 Uhr durchbricht die Anzahl der koreanischen Bevölkerung die 40Millionengrenze und steigt auf Rang 22 der Länder mit der größten Bevölkerungsanzahl. |
30.07.1977 | versuchten nordkoreanische Agenten den in Frankreich lebenden Pianisten Park Won-Un und seine Frau Yun Son-Jin nach Nordkorea zu entführen. Die Entführung ereignete sich in Jugoslawien, wo die beiden auf Vermittlung von Park In-Yeon, der Frau des bekannten Malers Yi Jung-No, zu einem Konzert eingeladen wurden. Dem Ehepaar gelang es den Entführungsversuch mit knapper Not zu entkommen und nach Paris zu fliehen. Der misslungene Entführungsversuch wurde der Öffentlichkeit bekannt nachdem die beiden bei der koreanischen Botschaft in Paris über den gesamten Prozess der Flucht vom jugoslawischen Zagreb bis nach Paris Bericht erstatteten. Dieses Ereignis machte nicht nur in den koreanischen Medien Furore, es sorgte auch bei der internationalen Presse für großes Aufsehen. Unter dem Schutz der USA konnte das Ehepaar den Flughafen von Zagreb verlassen. Auf dem Flughafen gab es dann noch einen letzten erfolglosen Entführungsversuch. Es ist immer noch nicht geklärt ob Park In-Yeon, die die beiden überredet hatte, nach einem Aufenthalt in Zürich bis nach Jugoslawien weiter zu fliegen, etwas mit dem Fall zu tun hat. Gleich nach dem Entführungsversuch soll sie die Unterstützungsgesuche der südkoreanischen Polizei zur Untersuchung des Falles verweigert und eine öffentliche Erklärung abgelehnt haben. Es wurde ihr verboten nach Südkorea einzureisen und nach einer Zeit des abgeschiedenen Lebens soll sie die südkoreanische Staatsbürgerschaft abgegeben haben. |
30.07.1981 | werden von der koreanischen Regierung Reisen ins Ausland teilweise liberalisiert. 2 Tage danach tritt nach neue Reisepassgesetz in Kraft. Das Verfahren zur Ausstellung eines Reisepasses wird somit vereinfacht und Bestimmungen werden abgeschafft, die es den Koreanern bis dahin kaum möglich gemacht hatten, Reisen ins Ausland zu unternehmen. Mit der Änderung des Reisegesetzes konnten Personen über 50 Jahren frei nach eigenem Interesse ins Ausland reisen. 1989 wird dann auch die Altersgrenze abgeschafft. |