Historischer Kalender

 

aus der gleichnamigen RKI - Sendereihe

 

 

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01.05.1949  wird die erste Volkzählung durchgeführt. Südkorea hatte dieser Volkszählung zufolge eine Bevölkerungsanzahl von 20166758 Einwohner. Die Bevölkerung von Seoul betrug damals nur 1.404600 Einwohner. Man kann daran erkennen wie stark die Bevölkerung in den vergangenen 50 Jahren in die Hauptstadt eingewandert ist.  
01.05.1998 kehrt die durch Medienberichte bekannt gewordene Trostfrau Yi Nang-Ne nach Korea zurück. 55 Jahre seit sie als Trostfrau nach Japan verschleppt wurde konnte sie ihre Verwandte in Korea ausfindig machen und nach langjährigem Aufenthalt in Kambodscha ihre koreanische Staatsbürgerschaft wieder erlangen. 
1943 hat Yi Nang-Ne Kambodscha mit einem japanischem Offizier zusammen gelebt. Nach Kriegsende war dieser nach Japan zurück gekehrt und Yi hatte einen Kambodschaner geheiratet. Sie führte ein sehr anstrengendes Leben bevor sie 1997 von einem koreanischen Geschäftsmann entdeckt wurde. Durch eine Genprobe fand sie ihre Verwandten, lebte eine Weile in Korea, kehrte aber dann aus Sehnsucht nach ihrer Familie nach Kambodscha zurück.
02.05.1973 gibt es ein Ereignis, das einen Meilenstein gesetzt hat in der Annäherung zwischen Nord- und Südkorea. An diesem Tag besucht der damalige Chef des koreanischen Geheimdienstes Yi Ho-Rak Nordkorea. In innerkoreanischen Angelegenheiten war Yi Ho-Rak die rechte Hand des damaligen südkoreanischen Präsidenten Park Chung-Hee. Der Nordkoreabesuch Yi Ho-Raks erfolgte in einer Zeit, in der Aufrüstungswettlauf seinen Höhepunkt erreicht hatte und die USA und die Sowjetunion beschlossen auf eine Entspannung des kalten Krieges hinzuarbeiten. Auch die Chinapolitik der USA begann sich Anfang der 70er Jahre zu verändern und unter diesen neuen Umständen begann auch die südkoreanische Regierung zum ersten Mal Gespräche mit Nordkorea anzustreben. In Nordkorea traf Yi Ho-Rak mit dem damaligen nordkoreanischen Staatschef Kim Il-Sung zusammen, um Gespräche über Grundlagen einer gemeinsamen Erklärung zur Anstrebung einer friedlichen Wiedervereinigung zu führen. Als Antwort auf den Besuch des südkoreanischen Geheimdienstchef trat der nordkoreanische Vizekanzler Park Son-Chol in Seoul mit dem südkoreanischen Präsidenten zusammen um die Gespräche über die gemeinsame Erklärung zur friedlichen Wiedervereinigung fortzusetzen. Der gegenseitige Besuch der koreanischen Staatsbeamten soll damals ohne die USA darüber in Kenntnis darüber zu setzen, erfolgt sein. Der Versuch die militärische Feindseeligkeit zu überwinden schlug sich in der Erklärung vom 4. Juli nieder. Darin ging es u.a. um die Vereinbarung:
ohne Hilfe fremder Kräfte und mit friedlichen Mitteln die Wiedervereinigung anzustreben
gegenseitige Verleumdungen zu vermeiden
eine direkte Hotline einzurichten 
den gegenseitigen Austausch zu aktiveren. 
04.05.1906 fand in Korea das erste offizielle Fußballturnier statt. Organisiert wurde es vom Choson-Fußballverein und der YMCA. Es wird erzählt dass der Fußball erstmals im Jahre 1886 nach Korea kam. Und zwar sollen die Matrosen eines englischen Schiffes, das in einen koreanischen Hafen eingefahren war, den Koreanern bei ihrer Abfahrt Fußbälle geschenkt haben. 1904 wurde in einer koreanischen Fremdsprachenschule Fußball zum ersten Mal als Lehrdisziplin für das Fach Sport eingeführt und der Fußball fand auf diese Weise weite  Verbreitung. 
 
08.05.1442 wird ein technisch fundiertes Regenmesssystem eingeführt. Von der Koryo-Dynastie bis zum Anfang der Choson-Dynastie wurde die Menge des Regens auf die Weise gemessen, dass man die Tiefe des Regens, der in den Boden eingesickert war, gemessen hatte. Diese Methode war allerdings sehr ungenau. Im 23. Regierungsjahr König Sejong wurde daher ein richtiger Regenmesser entwickelt, der seit  diesem Tag Anwendung fand.
08.05.1993 findet der erste direkte Handel zwischen Nord- und Südkorea statt. Ausgetauscht wurden bei diesem Handel Zucker und Soju. 
10.05.1948 finden in Südkorea die ersten Parlamentswahlen statt. Zuvor gab es Verhandlungen über gemeinsame Wahlen in Nord- und Südkorea, die allerdings in Folge von Uneinigkeit zwischen den USA und der Sowjetunion nicht zustande kamen. Das amerikanisch-russische Komitee zur Etablierung einer gemeinsamen unabhängigen demokratischen Regierung für Gesamtkorea wurde abgebrochen und bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 31.03.1948 wurde beschlossen die Parlamentswahlen unter Aufsicht der UN nur in Südkorea durchzuführen. Durch die nur auf Südkorea beschränkten Wahlen sowie die Etablierung einer südkoreanischen Regierung scheiterten die Bemühungen zur Gründung einer vereinigten Regierung Nord- und Südkoreas, und die befürchtete Zementierung der Teilung wurde zur Realität.  Kurz vor den Wahlen gab es landesweit heftige Demonstrationen gegen die auf Südkorea beschränkten Gesamtwahlen und diejenigen die sich um Verhandlungen zwischen den beiden Koreas sowie um die Zusammenarbeit von Rechten und Linken bemüht hatten, verweigerten die Teilnahme an den Wahlen. Die amerikanische Regierung übte darauf hin durch die Ausrufung eines Notstands Druck aus auf diejenigen, die sich den Wahlen widersetzten. Wahlrecht hatten bei den ersten südkoreanischen Parlamentswahl alle Bürger, die mindestens 21 Jahre alt waren. Für je einen Wahlbezirk wurde ein Repräsentant gewählt. Die Amtszeit wurde auf zwei Jahre festgelegt. Es wurden 200 Abgeordnete ins Parlament gewählt, das am 31. Mai zum ersten Mal eröffnet wurde. Vorsitzender des Parlaments wurde Rhee Synman, der erste koreanische Präsident. 
12.05.1956 wird in Korea die erste Fernsehsendung ausgestrahlt. Die erste Fernsehstation HLKZ begann an diesem Tag mit ihren Probesendungen. Auf etwa 40 Fernsehgeräten, die im Zentrum Seouls an verschiedenen Stellen aufgestellt wurden, konnten die Bürger zum ersten Mal eine Fernsehsendung sehen. Die Leute waren fasziniert und fassungslos als sie bekannte Sänger im Fernsehen sahen. Damals war die Ausstrahlungstechnik noch nicht weit entwickelt und alle Sendungen wurden live ausgestrahlt. 
13.05.1970 erhält Choo Han-Sok als erster Koreaner die deutsche Goethe-Medaille. Choo Han-Sok war Germanist, Dramaturg und Theaterregisseur. Kurz nach der Unabhängigkeit Koreas hatte er den Faust von Goethe ins koreanische übersetzt und auf die Bühne gebracht. Er war einer der Personen, die zur Etablierung und Entwicklung des modernen Theater in Korea entscheidend beigetragen hat. 
15.05.1965 wird der Tag der Lehrer eingeführt
16.05.1961 ereignet sich der Militärputsch unter dem Generalmajor und späteren Präsidenten Park Chung-Hee. Dieses Ereignis wird nach seinem Datum "Militärputsch vom 16. Mai" genannt. Betrachten wir den Hintergrund:

Landesweite Demonstrationen hatten die korrupte erste Republik unter Präsident Rhee Synman gestürzt. Nach Rhee Synmans Rücktritt wurde am 29.07.1960 neu gewählt. Die demokratische Republik mit ihrem Vorsitzenden Kang Yeon und Jung Bon-Chol, die bisher in der Opposition gewesen waren, siegten mit überwältigenden Mehrheit. Allerdings war auch die zweite Republik, die sich auf parlamentarische Demokratie stützte nicht von langer Dauer. Die Regierungspartie spaltete sich in zahlreiche Fraktionen, schließlich gab es über 60 Partein. Die Arbeitslosigkeit wurde immer größer, die wenigen nach dem Krieg aufgebauten Industrien drohten zusammenzubrechen und fast täglich gab es Demonstrationen. 

Der am 16.05.1961 erfolgte Putsch von Teilen der Streitkräfte beseitigte die gegebene Form der Regierung und ließ die Macht in die Hände einer Militärjunta übergehen. Viele der Führer des Militärputsches entstammten der 8. Klasse der südkoreanischen Militärakademie. Man kann sagen dass die allgemeine Unzufriedenheit mit den bestehenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zuständen, die Initiative der Militärkreise mit beeinflusst hat. Beginnend am frühen Morgen des 16. Mai 1961 besetzte das Militär Rundfunkstationen, Regierungsgebäude und Polizeistationen in Seoul. Über Rundfunk und auf Flugblätter wurde ein Manifest des neu gegründeten sogenannten militärischen Revolutionsrates verkündet, in dem u.a. der Antikommunismus als zentrales Prinzip der Nationalpolitik festgelegt wurde und die Rückgabe der Macht an eine verfassungsgemäße Zivilregierung versprochen wurde. Der bis dahin amtierende Ministerpräsident Kang Nyom trat am 18. Mai zurück und am 29. Mai wurde die bisherige Verfassung außer Kraft gesetzt und die Entlassung von 3000 Regierungsbeamten bekannt gegeben.  

18.05.1980 ist der Tag der Demonstrationsbewegung von Kwangju. Nach dem Tode von Präsident Park Chung-Hee, der durch den Militärputsch vom 16. Mai 1961 an die Macht gekommen war, hofften die Bürger darauf eine demokratische Regierung etablieren zu können. Die Erwartungen wurden allerdings zerstört durch die Machtergreifung einer Militärclique unter Chun Doo-Hwan. Die neue Militärregierung setzte einen Notstandsbefehl aus und ließ eine Reihe von Intellektuellen und Oppositionsführer einsperren. In Kwangju, der Hauptstadt der Süd-Cholla-Provinz, hatten einen Tag zuvor Studenten der Provinz gegen die Erweiterung des Notstandsbefehls protestiert. Um die Proteste der Studenten zu unterdrücken wurde in Kwangju eine Luftlandetruppe eingesetzt, die die Demonstration mit Gewalt niederschlug. Empört über die Aktion des Militärs gesellten sich die Einwohner von Kwangju zu den Demonstrationen, die immer größer wurden und am 27. Mai damit endeten, dass die Belagerungstruppen das Regierungsgebäude der Provinz in Beschlag nahmen. Die Regierung gab damals offiziell bekannt dass 144 Zivilisten und 26 Soldaten ums Leben gekommen waren. Inoffiziellen Statistiken und Untersuchungen zufolge sind mehr als 2000 Menschen dabei gestorben. 
24.05.1966 an diesem Tag wird in Korea zum ersten Mal Coca-Cola hergestellt. 
23.05.1592 beginnt die Hideyoshi - Invasion. Zuende des 15. Jahrhundert gab es in Japan große Unruhen unter den Feudalkräften, die sich zu Aufständen zu entwickeln drohten. Hideyoshi, der Japan zu Ende des 15. Jahrhunderts vereinigt hatte, plante daher Korea - das damalige Choson - Königreich - anzugreifen um die auswärtigen Interessen zu untermauern. Schon zuvor gab es mehrmals sporadische Raubüberfälle. Die Hideyoshi - Invasion war allerdings der erste Angriff durch Japan auf staatlicher Ebene. Die erste Invasion erfolgte gegen Busan. Das koreanische Heer war außerstande die japanischen Kräfte zurück zu drängen, da Japan im Besitz von starken Waffen war und Choson nicht auf den überraschenden Angriff vorbereitet war. Der König flüchtete nach Unsu und 60 Tage nach Landung in Busan konnte das japanische Heer bis nach Pyongyang vordringen. Durch die Gegenoffensive der chinesischen Armee wurden die Japaner allerdings dazu gezwungen sich aus Pyongyang zurückzuziehen. Der japanische General Konishi, der unter dem Befehl Hideyoshi den Angriff auf Busan dirigiert hatte, versuchte China zur Verhandlung heranzuziehen. Die Verhandlungen zwischen Japan und China fanden auf der Kanghwa-Insel statt und dauerten 5 Jahre. Als man nach 5 Jahren noch zu keiner Vereinbarung gekommen war, startete Japan mit einem Heer von 150000 Soldaten den zweiten Angriff, der allerdings mit dem plötzlichen Tod von Hideyoshi im August 1598 endete. 
Die 7jährige Hideyoshi - Invasion kam somit zu einem Ende und entsprechend dem letzten Willen Hideyoshis zogen sich die japanischen Truppen heimlich zurück. Von General Yi Sun-Shin und seiner Truppe wurde ihnen allerdings der Weg abgeschnitten und 200 von 300 japanischen Schiffen wurden versenkt. 
28.05.1989 wird an der Yonsai-Universität die landesweite Lehrergewerkschaft gegründet. Die landesweite Lehrergewerkschaft startete als illegale Organisation und innerhalb von 100 Tagen nach der Gründung schlossen sich rund 1500 Lehrer an und wurden vom Lehreramt entlassen. Nach 10jährigem Tauziehen mit der Regierung in Kontroversen wurde die Lehrergewerkschaft 1999 legalisiert. 
29.05.1960 flieht Rhee Synman, der erste koreanische Präsident, der versucht hatte durch Wahlfälschungen langzeitig an der Macht zu bleiben und durch die Studentenunruhen vom 19.04. von seinem Amt vertrieben wurde, in die USA. Rhee Synman und seine Frau nahmen früh am Morgen den Flug nach Honolulu ohne auch nahestehende Personen zu unterrichten. 1965 starb Rhee Synman in einem Militärkrankenhaus in Hawaii und seine Leiche wurde nach Korea überführt.
31.05.1886 wird im 23. Regierungsjahr Kaiser Kojongs der Choson - Dynastie die Ewha-Schule für Frauenbildung, aus der später die heutige Ewha-Frauenuniversität hervorgeht von einer amerikanischen Missionarin gegründet. Den Namen Ewha gab Myongson, die letzte Kaiserin der Choson-Dynastie. Ewha bedeutet übersetzt Birnenblüte.